Willkommen
  Über uns
  Zucht
  Grillenmäxe
  A-Wurf
  B-Wurf
  C-Wurf
  D-Wurf
  E-Wurf
  E-Wurf Teil 2
  E-Wurf Teil 3
  E-Wurf Teil 4
  E-Wurf Teil 5
  E-Wurf Teil 6
  große Kinder
  Elskamin
  DIE WOLLE !!!
  Gästebuch
  Kontakt
  Impressum
  Linkliste
  Hunde Homepage



Woran erkenne ich eine seriöse Zucht?

Wir leben in einer Zeit, in der sich Menschen, die einen Hund kaufen wollen, zunehmend im Internet auf die Suche machen. Da gibt es viele wunderschön gestaltete Seiten mit vielen bunten Bildern von süßen Welpen, man kann ganz schnell schwach werden. Schwierig ist es, trotzdem kritisch zu bleiben und genau zu schauen. Wie unterscheide ich den einen Zuchtverband vom anderen? Welcher ist seriös, welcher eher nicht? Ziemlich sicher ist, dass unter dem Dach des VDH relativ strenge Zuchtbedingungen herrschen, dass die Verpaarung der Elterntiere und die Aufzucht der Welpen gut kontrolliert werden.
Es gibt in Deutschland drei an den VDH angeschlossene Eurasiervereine: KZG, EKW, und ZG, nur zwei davon - EKW und ZG - sind außerdem Mitglieder bei der IFEZ (Internationale Föderation für Eurasierzucht, insgesamt 13 Mitgliedsvereine) mit einer gemeinsamen Zuchtdatenbank.
Dann gibt es noch zwei Vereine, die sich aus Abspaltungen der bestehenden gebildet haben, aber selber nicht im VDH sind: EZV (aus hauptsächlich ehemaligen EKW Mitgliedern), und Pro Eurasier (aus der KZG hervorgegangen). Zusätzlich gibt es die Interessensgemeinschaft altstämmiger Eurasier IGAE, das sind Hunde, die dem Typus der frühen altstämmigen Eurasier (Wolfspitz x Chow-Chow) nahe kommen möchten - allerdings haben auch sie einen Samojedenanteil.

All diese Vereine geben ihr Bestes - eine Garantie darauf, dass alle Hunde gesund sind, gibt es trotzdem nicht. Züchter sind darauf angewiesen, von ihren Zuchtwarten gut beraten zu werden, und die geeigneten Verpaarungsbewilligungen zu bekommen. Zuchtwarte haben eine spezielle Ausbildung durchlaufen, die fachkundiges Wissen über die Genetik der Hunde vermittelt, ein Wissen, das normale Welpenkäufer und auch die meisten Züchter nicht haben. Gesundheitsuntersuchungen der Zuchthunde sind Vorschrift: Hüftgelenke, Kniescheiben, Zähne, Augen, Schilddrüsentest, all diese Ergebnisse sollen auch von den Geschwistern und Nachkommen gesammelt werden.


Darüber hinaus gibt es noch etliche Vereine, die munter vor sich hin vermehren, vielleicht sogar die eine oder andere Gesundheitsuntersuchung verlangen, aber ansonsten ziemlich unbekümmert sind, wohlklingende Stammbäume auf geduldigem Papier sind leicht erstellt.

Wie soll man sich da nun auskennen? Schon im Dschungel der sechs genannten Vereine - VDH oder nicht, IFEZ oder nicht - kann man wirklich verwirrt werden! Und wenn man dann eine Zuchtstätte besucht - wer lässt sich da angesichts der kleinen Welpen schon die Gesundheitsnachweise, den Körschein etc., zeigen? Das ist unrealistisch.

Realistisch, was man zumindest schon mal vorab anhand einer Züchterhomepage überprüfen kann, ist die Frage, wie oft und in welchen Abständen eine Hündin einen Wurf hat: sehe ich z.B., dass eine 6-Jährige Hündin bereits ihren 5. Wurf hat - dann ist da irgend etwas nicht in Ordnung. Bei genauerer Betrachtung lässt sich möglicherweise erkennen, dass die erste Bedeckung bereits im Alter von 1,5 Jahren erfolgte, sozusagen im Teenageralter der Hündin. Ein Eurasier ist erst mit zwei Jahren körperlich ausgewachsen, mit drei Jahren dann auch im Kopf "erwachsen".
Manchmal kann man erkennen, dass nach einem Wurf sofort die darauf folgende Läufigkeit genutzt wurde zu einer erneuten Belegung..., das ist Ausbeutung, weil die Hündin nicht genug Erholungszeit zwischen den Würfen hatte. So schwierig es scheint, einen seriösen Verein von einem unserösen zu unterscheiden: dies sind Kriterien, die sich leicht überprüfen lassen direkt bei der anvisierten Zuchtstätte.


Züchten bedeutet etwas anders als Vermehren - und hier sind auch die Käufer der Welpen gefordert

Die an die IFEZ angeschlossenen Vereine haben dafür eine internationale Zuchtdatenbank. Da wird genau überlegt und geprüft, welche Verpaarung zu einer Verbesserung und Weiterentwicklung in der Zucht führen kann. Zum Erhalt dieser Datenbank ist es extrem wichtig, dass die Nachzucht kontrolliert wird, dass es Rückmeldungen gibt, und dass auch die Gesundheitsdaten von Hunden, die nicht in der Zucht eingesetzt werden sollen, in der Datenbank vorhanden sind. Beim Kauf eines Welpen wird daher eine sogenannte "Röntgenrücklage" an den Zuchtverband gezahlt, die dann nach erfolgten Gesundheitsuntersuchungen beim erwachsenen Hund zurück erstattet wird. Auch ist die Zusicherung, diese Untersuchungen vorzunehmen, Bestandteil des Kaufvertrags..., trotzdem ist es leider so, dass immer noch ZU WENIGE diese Untersuchungen machen lassen. Ich apelliere hiermit an ALLE, die daran interessiert sind, einen gesunden Hund zu haben, dann auch dazu bei zu tragen, und ihren Hund dem Tierarzt vor zu stellen! Ansonsten wird das Züchten immer schwieriger...

Wir alle gemeinsam - Zuchtverbände, Züchter, Welpenkäufer  - sind mit in der Verantwortung, einen Beitrag zu leisten, damit es weiterhin gesunde und wesensfeste Eurasier gibt.

 

Leute, nehmt Euch das zu Herzen, jaaa!!!

 

Das Abenteuer: Zucht  - diesen Artikel habe ich für die ZG-Eurasier Nachrichten  (3/2015) verfasst



Es soll ja Leute geben, die züchten Hunde, um damit Geld zu verdienen – habe ich gehört. Wie das allerdings geht, ist mir ein Rätsel. Denn rechnen darf ich nicht allzu genau, wenn ich mit meinen Hunden eine Gewinn/Verlustrechnung aufmachen will. In Zahlen bleibt da nix unterm Strich, aber die immateriellen Werte sind enorm. Wie will man das beschreiben? Ich stelle immer wieder fest, dass unter Nicht-Züchtern, und erst recht unter Nicht-Hundehaltern in meinem Bekanntenkreis mehr oder weniger Unverständnis vorherrscht, wenn ich berichte, dass Welpen erwartet werden - „wir sind schwanger!!!“ -, oder wenn ich später im „Wurfkistentunnelblick“ für so gut wie nichts mehr zur Verfügung stehe. Naja, es gibt halt für eine Weile kaum noch andere Themen, aber das geht auch wieder vorbei. Gut zwei Monate Ausnahmezustand, in dieser Zeit erlebt man die rasante Entwicklung der Welpen vom blinden, hilflosen Maulwurf über die tapsige Kleinkindphase bis zum unternehmungslustigen kleinen Racker – reif für die Abgabe und für neue Aufgaben in neuer Umgebung. DAS ist das Abenteuer, an dem es jeden Tag neue, wunderbare Erlebnisse gibt!
Allerdings: Man hat viel Aufwand bereits im Vorfeld, bis die Hündin soweit ist: die Gesundheitsuntersuchungen macht man ja sowieso, aber dann kommt der Körtermin dazu, der Besuch eines Zuchtwarts oder einer Zuchtwartin zur Besichtigung des Umfelds (ja – die artgerechte Aufzucht von Rassehunden wird besser überwacht, als die von Kindern…), auch ein Züchterseminar und evtl. eine Ausstellung, die ist bei der ZG glücklicherweise NICHT Vorschrift.
Dann die veterinärmedizinische Deckzeitbestimmung, die „Dienstreisen“ mit der hochgradig läufigen Dame zum ausgewählten Rüden, die Aufregung: machen beide mit oder nicht (klappt nicht immer!);  dann das Bangen: hat sie aufgenommen – vier Wochen dauert es, bevor man Ultraschall machen kann; und das nächste Bangen: geht mit der Geburt alles gut?
Meistens geht alles gut, Eurasierhündinnen sind in der Regel instinktsichere, problemlos werfende Mütter. So instinktsicher und nah an der Natur, dass sie manchmal versuchen, im Garten eine Höhle zu graben, um dort heimlich und ohne jegliche Kontrolle ihre Welpen zu deponieren - das ist tatsächlich schon vorgekommen; es muss nur das Grundstück groß genug und „wild“ naturbelassen sein, sowie die Überwachung unvollkommen!
Selten, aber leider kommt das vor, ist ein Kaiserschnitt nötig – wir hatten damit bisher Glück. Selten, aber leider kommt auch das vor, gibt es noch danach Komplikationen: es kann sein, dass ein Welpe stirbt (war bei uns leider schon zweimal), oder dass die Mutter krank wird – dazu gibt es ganz unterschiedliche Ursachen, die man nicht beeinflussen kann, und dann hat man große Sorgen. Es geht nicht immer alles gut, wie immer und überall im Leben, gibt es auch hier Höhen und Tiefen…
Wenn dann aber die Aufregung der Geburt überstanden ist, das Überleben der Welpen und die Gesundheit der Mutter gesichert scheint, dann hat man zwei bis drei Wochen, die relativ ruhig und entspannt sind, außer viel Wäsche zum Waschen (weil die Tücher und Decken in der Wurfkiste frisch sein sollen), und viel Futter für das Mütterlein aufzutischen, hat man kaum zu tun. 




Man kann den Anblick, den Duft, die Geräusche der Kleinen so richtig genießen, und beobachten, wie sie ganz allmählich beweglicher werden, ihre Sinne entwickeln, die Augen öffnen, wie sie beginnen Geräusche wahr zu nehmen, und in der Reaktion darauf selber lauter werden. Es ist spannend, wie sie systematisch ihre Beinchen einsetzen, um die Bäuchlein vom Boden hoch zu stemmen – nur unter Belastung wächst die Kraft! 



Dann muss die Koordination geübt werden, das Laufen ist nicht selbstverständlich, sondern muss trainiert werden: anfangs fallen sie noch häufig um, üben aber unverdrossen weiter, und dann kommt der Tag, an dem die Wurfkiste zu klein und uninteressant wird. Zuerst gibt es kleine Ausflüge nach „außerhalb“, bei schönem Wetter auch schon mal in den Garten, es wird in der Regel jetzt mit der Zufütterung begonnen. Das Verdauungssystem der Welpen stellt sich um, und die Mutterhündin zieht sich zusehends zurück, mit dem Füttern und dem Reinigen der Hinterlassenschaften sind jetzt wir Züchter mehr gefordert. Auch muss das Areal, in dem die Kinderchen sich bewegen dürfen, abgesteckt werden: vom Bretter unten an den Schrank hin Schrauben, um das darunter Schlupfen zu verhindern, Absperrungen innerhalb des Hauses bauen, bis zum speziellen Zaun im Garten muss zu allerhand Sicherheitsmaßnahmen gegriffen werden, man will ja den Überblick behalten, aber den Kleinen auch Bewegungsspielraum geben.



Die Besuche der zukünftigen „Welpeneltern“ beginnen, und nicht nur die – auch Freunde, Verwandte, Nachbarn, alle wollen die Babies anschauen. Wie das zu kanalisieren ist, haben wir noch nicht wirklich heraus gefunden, man kann jeden Tag Besuch haben, oder zu fixen „open house“ Terminen plötzlich wirklich überfüllt werden. Aber es ist ja für die Entwicklung der Welpen wichtig, unterschiedliche Menschen, Kinder, auch andere Hunde zu erleben. Nur so entwickeln sie Selbstvertrauen und Mut für das Leben in der großen weiten Welt. Also: Kaffee kochen, Kekse backen, und die Leute kommen lassen!
Wenn man die Möglichkeit hat, macht es Sinn, den Welpen Tag und Nacht freien Zugang zu Garten zu geben, dann werden sie von selber stubenrein. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da mag und soll die Mutterhündin nicht mehr ständig verfügbar sein – meistens dann, wenn ihre Fütterung bereits zurückgeschraubt wurde, ihr Gesäuge auf dem Rückzug ist, und die Welpen 5x tägliches Angebot haben. Wir geben den Kindern zuerst ihre Mahlzeit, die Mamma kommt danach quasi zum „Nachtisch“ dazu.
Insbesondere dann, wenn die Hündin überfürsorglich ist, alle ihre eigene Energie „reinbuttert“, muss man sogar für eine zeitweilige Trennung von den Welpen sorgen, damit die Milchproduktion langsam wieder runterfährt.  Wir fangen so ab dem Alter von 6 Wochen an mit kleinen Ausflügen ins Gelände – das Hinterherlaufen haben sie schon gelernt dadurch, dass die Futterschüssel immer wieder an einen anderen Platz getragen wird, unter flötenden Lockrufen wie: „komm-komm-komm, putz-putz-putz, hier-hier-hier“…, das sitzt, mit dem Ergebnis, dass wir unterwegs sind wie mit einer Schar Entenküken. 



Mit der Zeit wächst der Mut bei diesen Unternehmungen, und sie verschwinden in Gebüschen, Maisfeldern usw. , sind aber bisher immer alle wieder rausgekommen! Manchmal fahren wir auch mit dem Auto irgendwo hin, dieses Mal (beim E-Wurf) hatten wir ja  die große Sommerhitze hoch drei, da gingen die Fahrten auch an die Teiche in der Au unten am Fluss, vom Plantschen über das sich gegenseitig im Sand Panieren bis hin zum Schwimmen haben sie da so allerhand erlebt. Natürlich werden sie auch an das Tragen von Geschirrchen gewöhnt (die sind sicherer als Halsbänder…), und anfängliches Laufen an der Leine wird ausprobiert, damit es zumindest nicht so ganz unbekannt ist, wenn sie dann fort kommen.



Ja, die Abgabe! Zuerst einmal: es wird Zeit, dass sie weg kommen, wenn die Sicherheitsabsperrungen den Angriffen der heranwachsenden Tiefbauingenieure und Klettermaxln nur noch unzureichenden Widerstand leisten, wenn die Rasselbande zetert: „hallo, Animateure hierher bitte, uns ist langweilig!“, wenn ihnen ständig neuer Blödsinn einfällt, wenn Hundemamma, großer Bruder und Züchter-Eltern allesamt erleichtert sind, dass die lieben Kleinen auch mal endlich friedlich schlafen, nachdem sie vorher zielgerichtet das reinste Chaos angerichtet haben (wer in dieser Zeit durch unsere Küche geht, sagt schon mal: hey, wie sieht es denn hier aus?)…, ja, dann sind sie reif.



Aber, und hier zitiere ich den unnachahmlichen Niko Netsch aus seinem Buch[1]„Ich bin deprimiert. Mir wird immer bewusster, dass die unangenehmste Phase des Züchterdaseins schon begonnen hat, die Zeit des Abschiednehmens. Für therapieresistente Züchter, wie ich einer bin, bitte eine Familienpackung gemütsaufhellender Psychopharmaka.“
Diese Schatzis mit ihren vertrauensvollen treuherzigen Augen, ihrem fröhlichen Wesen, mit ihren so ganz unterschiedlich ausgeprägten Charakteren herzugeben, ist nicht leicht! Aber es ist dann doch ein Trost, zu sehen, welche Freude die neuen Besitzer mit den kleinen Wesen haben, auch wenn die Welpen gehen und die Depression einzieht – vorübergehend. Das Beste ist es, wenn man Eine/n aus dem Wurf behalten kann, was bei uns aktuell schon das dritte Mal der Fall ist. Allerdings muss man schon achtgeben, dass das nicht ausufert - ich weiß von einer Züchterin, sie hat inzwischen 6 (SECHS) Eurasier, und das wäre sogar mir zu viel.
So bleiben also die Gewissheit, dass man das Bestmögliche getan hat, und die Hoffnung, dass die Kinderchen die bestmöglichen Plätze gefunden haben.

 


 

 

[1] Niko Netsch, Hundswochen, Anekdoten aus der Wurfkiste, Ikon Verlag, ISBN 978-3-99023-263-7, Seiten 104-105